Swedish Cacao Company - typisch schwedische Schokolade

Auf die Kakaobohne kommt es an.

Ulrika und Fredrik von Swedish Cacao Company in ihrer Manufaktur

Fragt man Ulrika und Fredrik wie es zur Idee der Swedish Cacao Company kam, blickt man in zwei grinsende Gesichter, denn der Sommer 2013 hat das Leben der beiden ziemlich auf den Kopf gestellt. Bis dato lebte und arbeitete das Paar in Stockholm, aber sowohl Ulrika als auch Fredrik fanden, dass es Zeit f√ľr eine Ver√§nderung in ihrem Leben war. Kurzerhand k√ľndigten sie ihre Jobs und machten sich auf einen Roadtrip durch ihre sch√∂ne Heimat Schweden.

Fast zeitgleich probierten sie die ersten bean-to-bar Schokoladen und ‚Äěwaren sogar fast ein wenig besessen davon‚Äú, wie Ulrika es lachend umschreibt. Als sie dann w√§hrend ihrer Reise f√ľr eine ‚Äěfika‚Äú ‚Äď eine kleine schwedische Kaffeepause ‚Äď im s√ľdschwedischen Dorf Sk√•ne-Tran√•s¬†in der Region¬†√Ėsterlen angehalten haben, meinte es der Zufall gut mit ihnen. Sie entdeckten ein wundersch√∂nes, rotes Backsteinhaus aus dem 19. Jahrhundert. Darin stand ein Schild: Pralinenfabrik √Ėsterlenchoklad zu verkaufen. Das konnte wirklich kein Zufall sein! Kurzerhand entschlossen sich die beiden Teil der aufstrebenden bean-to-bar Revolution zu werden und ihre eigene kleine Schokoladenmanufaktur zu gr√ľnden. Drei Monate sp√§ter hielten sie die Schl√ľssel in der Hand und die Swedish Cacao Company war geboren.

Seitdem lernten Ulrika und Fredrik von der Pike auf, was es hei√üt, wirklich gute Schokolade zu fertigen. Ihren Stil beschreiben sie dabei als typisch schwedisch: transparent, ehrlich und schlicht. ‚ÄěWir benutzen einfach tolle Kakaobohnen und lassen uns vom authentischen Geschmack des Kakaos leiten‚Äú. Nachhaltigkeit, besondere Rohstoffe, kein Schnickschnack. Das scheint das Erfolgsgeheimnis hinter ihren Schokoladen zu sein. Wir haben im Sommer 2022 einen Abstecher in die schwedische Bilderbuchidylle gemacht, hinter die Kulissen geschaut und mit Fredrik eine fika gemacht. Behind the beans bei der Swedish Cacao Company‚Ķ

Treffen mit Fredrik von der Swedish Cacao Company in √ĖsterlenSchwedische Kaffeepause mit Fredrik von der Swedish Cacao Company

Key Facts: Swedish Cacao Company

Gr√ľnderteam: Ulrika & Fredrik
Ort: Skåne-Tranås I Schweden
Seit: 2013

 

  1. Seit 2013 wohnt ihr nun 600 km s√ľdlich von Stockholm in Sk√•ne-Tran√•s - einem h√ľbschen D√∂rfchen nahe der Ostsee. Eine richtige Entscheidung? Wie hat sich euer Leben seitdem ver√§ndert?

Wir lernten die Region √Ėsterlen und das Dorf¬†Sk√•ne-Tran√•s im Sommer kennen. Zu dieser Zeit ist der Ort wie ein Traum. Unser Umzug war dann im Oktober und im Winter ist diese Gegend etwas ganz anderes. Wir k√∂nnen uns heute noch daran erinnern, wie wir f√ľr die Weihnachtsbestellungen in unseren Daunenjacken und bei Kerzenlicht Schachteln gefaltet und Schokoladen verpackt haben, weil der Strom wegen eines gro√üen Schneesturms ausgefallen war. Dieses 1. Jahr war hart. Wir mussten alles von der Pike auf lernen. Von der Herstellung von Schokolade und Pralinen bis zur Instandhaltung eines 800 m¬≤ gro√üen Hauses mit all seinen Herausforderungen. Aber ganz ehrlich - bisher war es ein gro√üartiges Abenteuer und wir haben es nie bereut!

√Ėsterlen Pralinenfabrik der Swedish Cacao CompanyDas Caf√© der Swedish Cacao CompanyCaf√© der Swedish Cacao Company
  1. Wie können wir uns euren Alltag in der Swedish Cacao Company vorstellen?

Wie die meisten kleinen Schokoladenhersteller*innen versuchen wir alle Dinge gleichzeitig zu jonglieren: Kakaobohnen importieren, r√∂sten, verarbeiten und Schokolade gie√üen. Unsere offizielle Beschreibung sollte eigentlich ‚Äě24/7 Probleml√∂ser*innen‚Äú sein. Aber ein/e Schokoladenhersteller*in auf dem Land zu sein, ist tats√§chlich ziemlich gro√üartig! Auf dem Weg zur Arbeit fahren wir durch wundersch√∂ne Landschaft mit Wald, Wiesen und Meer. Und da wir f√ľr den Einkauf der Kakaobohnen und den Vertrieb der Schokoladen viel unterwegs sind, ist dies hier wie der Himmel, wenn wir von einer Gesch√§ftsreise zur√ľckkommen. Kein Tag gleicht dem anderen und wir sind total gl√ľcklich, dass wir diesen Flecken Erde unser Zuhause nennen k√∂nnen.

 

  1. Was ist seit der Gr√ľndung von Swedish Cacao Company euer gr√∂√üter Antrieb? Was wollt ihr anders machen als industrielle Schokoladenhersteller*innen?

Wir sind beide sehr leidenschaftlich und akribisch, wenn es um das Geschmackserlebnis unserer Schokoladen geht. Unser Ziel ist es, Schokolade aus Kakaovariet√§ten zu machen, die auf nat√ľrliche Weise au√üergew√∂hnliche Aromen haben. Wir verzichten ganz klar auf Emulgatoren, zus√§tzliches Fett und Vanillin, was in traditioneller und kommerzieller Schokolade √ľblich ist. Denn aus unserer Sicht kann man dadurch nicht mehr den puren Geschmack des Kakaos erleben. Wir wollen Schoko-Fans eine neue Perspektive zeigen, was Schokolade hinsichtlich des Geschmacks bieten kann. Und ein Fokus auf Geschmack bedeutet auch ein Fokus auf Qualit√§t. Wir m√∂chten gern √ľber den gesamten Prozess von der Bohne bis zur Tafel Bescheid wissen und uns einbringen. F√ľr uns w√§re es schwierig gute Schokolade zu machen, wenn wir niemals im Ursprung gewesen w√§ren, um zu sehen, wie Kakao angebaut, geerntet und fermentiert wird. Um das beste Ergebnis zu erzielen, ist es der Schl√ľssel, eingebunden und informiert zu sein. Und mit Einbindung kommt wahre Nachhaltigkeit, denn man kann sich nicht nur auf Kennzeichnungen und Zertifizierungen verlassen. So ist gewisserma√üen alles miteinander verbunden.

Ulrika von der Swedish Cacao Company zu Besuch bei Kokoa Kamili
  1. Ihr beschreibt euren Herstellprozess oft als typisch schwedisch. Was macht eure Schokoladen aus?

Uns Schwed*innen ist Transparenz und Ehrlichkeit besonders wichtig. Das ist quasi unsere Kultur. Wir sprechen eher anschaulich und verzichten auf Superlative. Auch schwedisches Design ist ja oft minimalistisch und funktional. Genau daf√ľr sollen auch die Schokoladen der Swedish Cacao Company stehen: Transparenz, Ehrlichkeit und Schlichtheit. Es ist kein Hexenwerk oder Geheimrezept. Wir benutzen einfach tolle Kakaobohnen und lassen uns vom authentischen Geschmack des Kakaos leiten. Wir f√ľgen keine zus√§tzliche Kakaobutter, Vanillin oder Lezithin in unsere Single Origin Schokoladentafeln hinzu. Unsere einzigen zwei Inhaltsstoffe sind Kakao und Rohrzucker. Dem Geschmack zuliebe.

Schokoladentafel und Kakaobohnen von Swedish Cacao Company auf Holzbrett
  1. Die Kakaobohnen spielen eine zentrale Rolle bei der Swedish Cacao Company. Wie w√§hlt ihr die richtigen Bohnen aus und wie w√ľrdet ihr eure Beziehungen zu euren Kakaopartner*innen in den Anbauregionen beschreiben?

Wir sind immer auf der Jagd nach Kakaobohnen. Immer. Wir haben tats√§chlich eine kleine Schatzkammer in unserer Manufaktur voll mit Testschokoladen. Diese wurden aus Bohnen hergestellt, die wir durch Recherche, Empfehlungen von Freund*innen, auf Reisen oder Messen gefunden haben. Die Kakaobohnen, die wir dann schlie√ülich f√ľr unsere Schokoladen ausw√§hlen, m√ľssen immer etwas Einzigartiges zu unserem Sortiment hinzuf√ľgen. Dar√ľber hinaus m√ľssen sie fair, nachhaltig und transparent produziert und gehandelt sein. Dies macht die Produzent*innen, die Bauern und B√§uerinnen und alle Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, gleicherma√üen wichtig. Wir setzen darauf, Menschen pers√∂nlich kennenzulernen und Vertrauen aufzubauen. Wir wollen mit qualifizierten und werteorientierten Menschen zusammenarbeiten, die wir auch unsere Freund*innen nennen k√∂nnen. Weil wir zusammen an diesem gro√üartigen Produkt, an das wir alle glauben, arbeiten.

Fredrik von Swedish Cacao Company hilft bei der Kakaoernte
  1. Wohin geht die Reise von Swedish Cacao Company? Ihr habt vor etwa einem Jahr euer 2. Kind bekommen (Hip Hip Hooray!), aber vermutlich denkt ihr noch lange nicht an den Schoko-Ruhestand?

Tack s√• mycket ‚Äď Vielen Dank! Wir scherzen oft dar√ľber, dass unser Schokoladenunternehmen unser erstes Kind ist, also w√§re unser J√ľngstes nun schon unser Drittes. Unser Ziel ist tats√§chlich recht simpel. Wir wollen wachsen, um mehr Kakaobohnen einkaufen zu k√∂nnen. Wenn wir gr√∂√üere Mengen Kakaobohnen von den einzelnen Produzent*innen abnehmen, k√∂nnen wir auch einen gr√∂√üeren positiven Effekt leisten. Die Bauern und B√§uerinnen k√∂nnen in ihre Farmen investieren und weiter daran arbeiten, die Qualit√§t ihres Kakaos ‚Äď und damit ihr Einkommen - zu steigern. Und wir k√∂nnen weiterhin Schokolade mit gro√üartigem Geschmack aus au√üergew√∂hnlichen Bohnen herstellen. Hoffentlich k√∂nnen wir auch einen Teil dazu beitragen, die gesamte Schokoladenbranche nachhaltiger zu gestalten.¬† Zum Beispiel, indem wir unsere Konsument*innen dar√ľber informieren, wie viel Arbeit in die Herstellung einer einzigen Schokoladentafel flie√üt. Dies schafft dann wiederum mehr Wertsch√§tzung f√ľr das Produkt Schokolade und die Bereitschaft daf√ľr fairere Preise zu bezahlen.