Omnom

Omnom – kreative bean-to-bar Schokolade made in Reykjavik.

Omnom – genau so hört es sich an, wenn die beiden Gründer Kjartan Gíslason und Óskar Þórðarson, eine ihrer Schokoladentafeln genießen. Was 2013 als witziger Arbeitstitel für ihr damals noch junges Schokoladenprojekt begann, sollte sich bald zu einer der kultigsten bean-to-bar Marken überhaupt entwickeln.

Aber nun mal von Anfang an. In seinen über 20 Jahren als Küchenchef in verschiedensten Restaurants in Europa, entwickelte Kjartan eine besondere Leidenschaft für Desserts und Gebäck. Kein Wunder also, dass er völlig Feuer und Flamme war, als er vor etwa 10 Jahren von einer neuen Bewegung in den USA erfuhr: Kleine Manufakturen stellen Schokoladen handwerklich und von der Bohne bis zur fertigen Tafel selbst her. Vorgefertigte Kuvertüre? Fehlanzeige! Die Kakaobohne spielt die Hauptrolle. Nach ersten Experimenten war auch Óskar schnell von der Idee angesteckt und so haben die beiden Freunde aus Kindheitstagen kurzerhand eine ausgediente Tankstelle (ja, richtig gelesen!!) in Reykjavik zu Islands erster handwerklicher bean-to-bar Schokoladen-Manufaktur umgewandelt.

Nicht nur ihre erste Location ist außergewöhnlich, sondern auch ihre Mission: Bestmögliche Schokoladen aus bestmöglichen Zutaten! Das fängt an bei den Kakaobohnen, die sie direkt von 3 nachhaltig und transparent arbeitenden Kooperativen in Madagaskar, Tansania und Nicaragua beziehen. Außerdem findet man in all ihren Schokoladen regionale und typisch isländische Komponenten. Für den unverwechselbaren Charakter ihrer Milchschokoladen sorgt beispielsweise die besondere isländische Weidemilch, die auch für das Nationalgericht Skyr verwendet wird.

Omnom nimmt uns also mit auf eine Geschmacksreise in den hohen Norden. In unserem Interview erhaltet ihr weitere Einblick zu unserem nördlichsten Schoko-Partner. Behind the beans bei Omnom… 

Key Facts: Omnom

Gründerteam: Kjartan Gíslason & Óskar Þórðarson
Ort: Reykjavik I Island
Seit: 2013

 

  1. Góðan dag Kjartan, vor ein paar Jahren seid ihr mit eurer Produktion von einer ehemaligen Tankstelle in eine umgebaute Lachsfabrik aus den 60ern im Hafen von Reykjavik umgezogen. Ihr scheint ausgefallene Locations zu mögen! Was ist aktuell dein Lieblingsort in der Produktion?

Vor einiger Zeit sind wir tatsächlich aus unserer geliebten Tankstelle herausgewachsen. Wir wollten den Menschen gerne zeigen, wie wir arbeiten und dafür brauchten wir einfach etwas mehr Platz. Jetzt können wir sogar Touren und Verkostungen anbieten und nun kann jede*r live miterleben, wie wir unsere Schokoladen machen. Mein Lieblingsort ist auf jeden Fall unsere kleine Testküche. Als gelernter Küchenchef liebe ich es mit Aromen und Texturen zu experimentieren und genau darum geht es bei Omnom. Tolle und hochwertige Zutaten miteinander zu kombinieren und zu schauen, was dabei herauskommt.

 

  1. Wenn du die Omnom-DNA in einem Satz beschreiben müsstest, dann würdest du sagen…

Sei verrückt und kreativ! Egal wie ausgefallen eine Geschmackskombination auch klingen mag - versuch es einfach. Es gibt keine blöden Ideen!

 

  1. Diese Leidenschaft gebt ihr auch an euer Team weiter. Wir haben gehört, es gibt sogar ein spezielles Ritual bei Omnon für jedes neue Teammitglied!

Absolut. Wir sind mittlerweile ein 30-köpfiges Team und wir möchten unbedingt, dass jede*r ihre/seine Ideen und Kreativität einbringt. Aus dem Grund ist es Tradition, dass uns jedes neue Teammitglied innerhalb der ersten 2 Wochen mit seiner ganz eigenen Schoko-Kreation überrascht. Die bisher ausgefallenste Tafel war dabei eine Milchschokolade kombiniert mit Sojasauce, Tahini und Sesamkörnern. Das hat absolut verrückt geschmeckt und man konnte einfach nicht aufhören ein weiteres Stückchen zu probieren. Wir haben viel diskutiert, aber leider hat es die Sorte nie bis in die finale Produktion geschafft…

 

  1. Nachhaltigkeit und Transparenz spielen bei euren Zutaten eine zentrale Rolle. Magst du uns dazu ein paar konkrete Einblicke geben und wer sind eure zentralen Partner*innen?

Für uns startet Nachhaltigkeit mit Nachverfolgbarkeit. Wir möchten wissen, wo die einzelnen Zutaten unserer Tafeln herkommen und stellen sicher, dass sie ethisch korrekt hergestellt wurden. Dazu beziehen wir unsere Kakaobohnen direkt von unseren jeweiligen Partner*innen im Ursprung: Akesson’s (Madagaskar), Kokoa Kamili (Tansania) und Ingeman Fine Cacao (Nicaragua). 2017 waren wir in Nicaragua und konnten wirklich tolle Einblicke in die Arbeit vor Ort gewinnen und was es bedeutet außergewöhnlich guten Kakao anzubauen. Ansonsten beziehen wir beispielsweise unsere Milch hier aus Island über MS (Iceland Dairies). Sie arbeiten mit 700 isländischen Milchbauern und -bäuerinnen zusammen und stellen hohe Tierwohlstandards sicher. Eine Besonderheit unseres Milchpulvers ist außerdem, dass es 100% CO2 frei hergestellt wird, da wir in Island ausschließlich grüne Energiequellen wie Wasserkraft oder Erdwärme verwenden können - der Vorteil unserer Vulkaninsel.

  1. Was bedeutet Nachhaltigkeit konkret in der Produktion von Omnom?

Ein konkretes Ziel ist es, so wenig Müll wie möglich zu produzieren. Die Kakaohülle, die sogenannte Husk, können wir zum Beispiel nicht selbst für unsere Schokoladenproduktion verwenden. Drei befreundete Craft Beer Brauereien hier aus Reykjavik freuen sich aber immer sehr darüber, denn sie können aus den Husks noch ausgezeichnete Biere brauen. Außerdem sind daraus auch schon Seifen und Peelings hergestellt worden. Wir freuen uns immer, wenn sich eine kreative Möglichkeit zum Upcycling ergibt und wir Müll vermeiden können.

 

  1. Werfen wir einmal einen Blick zurück: Was war bisher Omnoms beliebteste Tafel?

Lakritz und Meersalz – keine Frage! Das ist auch die Tafel, warum wir heute als Unternehmen überhaupt existieren. Unsere Anfänge waren Stände auf lokalen Wochenmärkten hier in Reykjavik und wir mussten erst einmal den lokalen Markt von unserer neuen Art von Schokolade überzeugen. Und wenn du möchtest, dass Dinge in Island gut ankommen, müssen sie immer leicht salzig sein… Unsere Tafel mit Lakritz und Meersalz wurde also schnell zu unserem Verkaufsschlager und hat Omnom hier vor Ort erst richtig bekannt gemacht. Sogar heute noch produzieren wir von dieser Sorte ungefähr vier Mal so viel wie von all unseren anderen Tafeln zusammen.

  1. Schauen wir nun in die Zukunft: Was steht bei Omnom auf dem Plan? Gibt es konkrete Ideen oder Projekte?

Wir haben gerade erst unseren Omnom-Eisladen in Reykjavik eröffnet! Isländer*innen sind nämlich absolute Eiscreme-Fans und zwar 12 Monate im Jahr – egal ob gerade draußen ein Schneesturm tobt oder ein Vulkan ausbricht. Wir brauchen unser Eis! Für uns ist es eine gewisse Tradition abends nach dem Essen noch gemeinsam mit Freund*innen oder der Familie ein Eis zu essen. Der Plan war schon länger in unserem Kopf und gerade hat es sich einfach nach dem richtigen Zeitpunkt angefühlt. Trotzdem wird Schokolade immer der Kern von Omnom bleiben.